Bushalle trifft eLKW: Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG und RETRALOG teilen sich die Ladeinfrastruktur
Bushalle trifft eLKW: Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG und RETRALOG teilen sich die Ladeinfrastruktur
Seit August 2026 laden drei eLKW der RETRALOG AG in den Bushallen des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu AG (BOGG). Der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG ist ein regionales öV-Unternehmen, die RETRALOG AG mit Sitz in Wolfwil schweizweit tätiges Transportunternehmen. Was als Praxistest begann, zeigt, wie Infrastruktur in Öffentlichem Verkehr und Logistik gemeinsam intelligenter genutzt werden kann.
Eine Idee unter Bekannten
Die Zusammenarbeit entstand aus der Bekanntschaft der beiden Geschäftsführer. Im Praxistest konnte die BOGG ihre neuen Ladeinfrastrukturen für alle Nutzfahrzeugtypen konfigurieren. Heute stehen die drei eLKW der RETRALOG tagsüber dort, wo sonst Busse parkieren.
«Platz ist knapp und Infrastrukturen sind teuer. Das gemeinsame Nutzen von Ladeeinrichtungen und Abstellflächen macht also Sinn», sagt Roman Fischer vom Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG.
Einsatzzeiten, die sich ergänzen
Bushallen sind tagsüber fast leer, denn dann sind die Busse unterwegs. Genau in dieser Zeit laden die eLKW der RETRALOG. Weil die beiden Firmen nicht im Wettbewerb stehen, können sie zudem voneinander lernen.
«Unsere Einsatzzeiten ergänzen sich: Wir laden unsere eLKW bei der BOGG, während deren Busse unterwegs sind», erklärt Daniel Reichen von der RETRALOG.
Der Nutzen im Alltag
Für die RETRALOG bringt die Kooperation einen gesicherten Ladeplatz und einfache Abläufe, ohne grossen Zusatzaufwand für die Fahrer. Die zusätzliche Lademöglichkeit schafft ausserdem Redundanz und damit mehr Sicherheit. Die BOGG wiederum lastet ihre bestehenden Anlagen besser aus, ohne dass der öV behindert wird. Weitere Synergien, etwa bei Waschanlage und Wartung, sind möglich.
Noch Handarbeit, bald System
Aktuell wird die Platzzuteilung von Hand geplant. Künftig soll ein System die Einfahrten regeln, abgestimmt auf die Fahrzeugparameter und die geplanten Einsätze. Busse und LKW teilen sich dann die Abstellplätze und fahren hintereinander ein und aus. So werden Parkplätze und Ladestellen maximal ausgelastet.
Hürden bleiben
Einfach ist der Aufbau passender Ladeinfrastruktur nicht. «Gerade die verfügbare Netzleistung und die behördlichen Vorgaben können zu Hürden werden», so Reichen. Auch Reichweite, fehlende Ladestationen und teils lange Ladezeiten setzen der Elektromobilität im Transportgeschäft Grenzen. Ob und wie sich der elektrische Schwerverkehr durchsetzt, lässt Reichen bewusst offen: Bei den verschiedenen Antriebstechnologien stünden heute wieder viele Fragen im Raum.
Ein Modell mit Zukunft
Die BOGG versteht die Energiewende als Chance, die Kosteneffizienz im öV zu steigern. Sie will Abläufe steuern, statt gesteuert zu werden, und sucht Lösungen über Branchengrenzen hinweg. Innovation sei auch mit kleinen Budgets möglich. Entstehen sollen nicht nur «coole Marketing-Stories», sondern nachhaltige, gewinnbringende Lösungen.
Ob das Modell Schule machen kann? «Absolut», sagt Fischer. «Die Partner müssen aber zusammenpassen.» Nachhaltig ist Mobilität für ihn dann, wenn sie ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte vereint.
Wie es die beiden selbst auf den Punkt bringen: Aus der gemeinsamen Planung entsteht «eine Lösung, die für beide funktioniert», denn «man muss nicht doppelt bauen, was bereits vorhanden ist». Die Zusammenarbeit beschreiben sie mit drei Worten: professionell, flexibel, partnerschaftlich.
















